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Der Schlüssel zur Kreativität, Teil eins


Kreativität: Ein schwammiger, nebulöser und  verbrauchter Begriff- und doch unglaublich faszinierend, wohl nicht nur für mich. Woher kommt diese Faszination? Er spricht etwas tief in mir an, entzieht sich aber konkreten Definitionen, Benennungen… vielleicht ganz einfach, weil Kreativität nicht die Domäne der linken analytischen Gehirnhälfte ist? Auch wenn ich sie deshalb gar nicht erst definieren will, lässt sie sich umschreiben, erahnen, erfassen …  und sicherlich erfahren. Sie ist wohl so alt wie die Menschheit, ist in meinen Augen die Schubkraft der Evolution. Für mich ist sie ein natürlicher Zustand, sowie Liebe oder Frieden, auch Glück,  ein Zustand unseres Seins  sind. Und jeder SEINS-Zustand bedarf einer  bewussten inneren Haltung und Sichtweise.


Also: nicht lang drüber reden- tun! Erfahrung machen!


Ich möchte dich an meinen Gedanken teilhaben lassen, mit dir erforschen, was das eigentlich ist, welche innere Haltung und äußere Umstände dazu beitragen, sie zu entdecken, zu locken, zu fördern… warum sie so beglückend ist. Denn das ist erfahrbar: kreativ zu sein macht glücklich.


Unser größtes kreatives Projekt ist natürlich unser Leben, das wir uns verantwortlich erschaffen- Lebenskünstler zu sein die größte Aufgabe und Herausforderung! Welche Bedingungen braucht  also Kreativität?


Wie mache ich mich empfänglich? Ist die Muse etwa  wählerisch und küsst nicht jeden? Wenn wir von ihr geküsst werden wollen, sollten wir uns attraktiv machen! Hier ein paar Gedanken dazu, wie wir unsere Anziehung für diese wählerische Dame erhöhen.


Anders ausgedrückt: Mit welchem Schlüssel  lässt sich das Tor in diesen Raum öffnen, ein Raum voll ungeahnter Möglichkeiten und Inspirationen? Es gibt sicherlich viele Räume und für jeden Menschen entsprechende Schlüssel.


 Einer der wichtigsten Schlüssel ist für mich das Alleinsein. Natürlich ergibt sich der Fluss der Kreativität dadurch nicht automatisch. Ich kann allein sein und mich einsam fühlen, planen oder grübeln- bestimmt nicht förderlich, sondern eher das Gegenteil. Also brauche ich die Fähigkeit, allein sein zu können und zu wollen. Nur wenn ich alleine bin, werde ich gänzlich unbeeinflusst von anderen sein, ich brauche mich nicht zu positionieren,  nicht zu reagieren, meine Aufmerksamkeit ist ungeteilt…  Kreativität erblüht in der Einsamkeit, wie eine Blüte, die sich plötzlich öffnet -  wow, welche Schönheit!  Allein zu sein, bei sich zu sein, ermöglicht erst das tiefere Sehen, das umfassende Wahrnehmen.  Das Offensichtliche kann sichtbar werden,  das Nicht-Gewusste oder Unbewusste  offenbart werden.  Im trubeligen Alltag ist unser Blick nicht weit genug, unser Herz nicht offen genug, unser Verstand nicht leer genug! Die Gedanken machen so viel Lärm, dass wir nichts von Innen hören. Konstruktiv ausgedrückt braucht Kreativität also Weite, Offenheit, Leere und Stille – und das wiederum braucht Zeit, um freiwillig das Alleinsein zu kultivieren- entgegen dem Zeittrend, der ständige soziale Vernetzung und Anwesenheit fordert, entgegen dem ständigen Zeitdruck!


Es gibt übrigens auch tolle Methoden, im Team kreativ zu sein (etwa die Thoughtstorm-Methode),  das eine schließt  das andere nicht aus, es ergänzt sich. Also tausche dich aus mit deinen Ideen, suche Gleichgesinnte, zeige dich- und kehre immer wieder in das Alleinsein zurück! Es gibt Menschen, die eine Quelle der Inspiration  und Freude sind und solche, die bereits die kleinste Flamme  im Keim ersticken- wer fördert deine Einzigartigkeit, deine Kreativität, deine Risikobereitschaft?


Zeit ist ein weiterer Schlüssel:  Zeit für mich zu haben, frei von Verpflichtungen und  to -do Listen im Kopf.  Gemeint ist eine Zeit ohne Zeitdruck und auch ohne Störung, also nicht zwischendurch mal eben ans Telefon gehen oder emails  checken, sondern:  „ich geh dann mal offline, ich bin dann mal nicht erreichbar!“ Auch mal unplugged leben!  Zeit nimmt man sich, man hat sie nicht, das ist eine alte Weisheit. Es gibt immer was zu tun… oder auch mal zu lassen! Wir brauchen schlichtweg Zeit, um Zeitlosigkeit zu erfahren. Solange wir nicht für ungefüllte Zeitblöcke sorgen, bleibt nur ein Leben voller Verpflichtung und Stress, die Kür steht in zweiter Reihe. Doch nur die Kür erfüllt uns, belebt  und verwirklicht uns! Wie sollen wir ohne Kür glücklich werden? Sie ist wesentlicher als das Wichtige, Dringliche: ohne geschaffene zeitliche  Freiräume keine Kreativität!  Vielleicht sind sogar die Ideen da, doch es braucht ja auch Zeit, diese umzusetzen. Frag dich, woran es dir mangelt: an den Einfällen, Inspirationen oder an der Kraft, dem Mut  für die Verwirklichung. Träume wollen schließlich Wirklichkeit werden, oder?


Das führt zum nächsten Schlüssel, dem TUN : Das Umsetzen muss auch geschehen, denn es will ja in die Welt. Wie viele geniale Ideen und Geistesblitze sind der Menschheit wohl  verloren gegangen, weil sich niemand die Mühe gemacht hat, das Unfertige, geistig Erkannte in eine Form, in die Materie  zu bringen und damit zu manifestieren. Vom Einfall bis zum Werk ist oft ein langer Weg- Träumen ist eine Voraussetzung, aber nur der erste Schritt. also: Komm ins Tun! Keine Ausreden, tu es einfach! Vielleicht kennst du bereits diesen Spruch: wer will, findet Wege, wer nicht will, findet  Gründe. Kreativität und Lebenskraft bedingen sich. Tu, was dir Energie gibt und vermeide Energieräuber. Nimm kreativ am Leben teil, das erhöht deine Lebenskraft- klingt fast schon banal. Wer nur Beobachter ist und auf dem Zuschauersessel sitzt, um anderen beim Leben zuzuschauen, wird depressiv  und müde werden! Setz dich ein, gib alles- dann erhältst du Energie zurück.  “creare „ (lat.) heißt  erschaffen! Erschaffe  dein Leben bewusst! Geh an den Rand der Komfortzone, riskiere etwas, mach so viele Fehler wie du kannst! Halte dich nicht zurück, sondern spiel deinen Part. Niemand kann deinen Part übernehmen: was du nicht tust, bleibt ungetan. Also komm ins Erschaffen, ins Tun. Du brauchst Energie, um kreativ zu sein und du bekommst Energie, wenn du kreativ bist- eigentlich einfach! Und genauso braucht es Stille und Nichtstun, um zu träumen und sich inspirieren zu lassen.


Dem Schlüssel des Tuns  folgt das Nichtstun: kein Paradox, sondern „Geschwister“, die Hand in Hand gehen. Ich liebe das  Nichtstun, meine Lebensumstände erlauben mir viele Momente des  Nichtstuns, was mich sehr beglückt. Ich lasse dazu mal meine Gedanken und Erfahrungen  fließen…   Diese  Kunst ist nötig, um den Kopf vom Alltagsbewusstsein zu  leeren:  mit einem „open mind“ lassen sich Ideen generieren. Ist die Tasse immer voll, hat ja nichts neues Platz. Im open-mind-zustand  bin ich hellwach, aber gleichzeitig leer, ein assoziativer Gedankenstrom stellt sich dann ein, ich kann mir selbst zuhören, nichts bestimmtes wollen, mich treiben lassen , inneren Bildern folgen... Bei mir sein!


Das kann beim Spazierengehen genau so geschehen wie in der Badewanne, beim Laufen wie auf der Hollywoodschaukel, beim Angeln wie bei der Gartenarbeit oder der Kontemplation… alle Tätigkeiten, die mich in eine leichte Trance bringen, sind geeignet. Tagträumen! Wenn eine Tätigkeit meinen Fokus und meine Aufmerksamkeit  ganz braucht, kann ich nicht  träumen und die Gedanken schweifen lassen. Kreativität ist eher schüchtern, leise, sie muss sich sicher fühlen können. Sie  braucht eine Einladung, braucht Passivität, einen offenen Raum (open space), sicherlich keine Anstrengung und einen vollen Terminkalender. Erst recht keinen inneren Kritiker, der jede aufkommende Idee als unrealistisch, idealistisch oder lächerlich bewertet.


Deshalb ist Brainstorming so wichtig, ein weiterer Schlüssel: erst mal unzensiert alles zulassen, was auftaucht, mitfließen, sich dem Strom überlassen… Nicht gleich ordnen, planen, korrigieren- das kann in einem nächsten Schritt geschehen. Brainstorming ist eine Fähigkeit der rechten Gehirnhälfte,  Bilder zu generieren, Einfälle zu haben, zu spielen, assoziativ zu denken… einfach mal rumspinnen!


Wie beginnst du deinen Tag? Die berühmten Morgenseiten  (von Julia Cameron) sind eine gute Idee, den Tag kreativ zu beginnen, also einfach drauf los schreiben, ganz ungefiltert:  Brainstorming, allein sein, sich Zeit nehmen- alles drin, was einem kreativen Leben förderlich ist!  „Carpe diem!“ - wie es so schön heißt: lege einen kreativen Grundstein, auf dem sich dein Tag aufbaut. Checke nicht als erstes deine emails oder arbeite to-do listen ab, das wäre kein kreatives Signal! Achte auf den Gedanken, mit dem du den Tag beginnst. Sage dir freundlich „guten Morgen“ und bereite dich innerlich auf diesen Tag vor: er ist der einzige Tag, der Jetzt ist, jenseits von Vergangenheit und Zukunft. Sei  verantwortlich für diesen Tag, mach ihn zu einem Tag voller Kreativität! Heute beginnt dein neues Leben! Vielleicht ist es förderlich, ihn mit dem jeweils gleichen Mantra zu beginnen, um auch dein Unterbewusstsein  zu nähren und konstruktiv auszurichten. Kreiere eines, das zu dir passt!


Alles hat seine Zeit!  Das rechte Timing ist ein weiterer Schlüssel, Kreativität zu fördern. Timing heißt schlichtweg: zur rechten Zeit am rechten Ort das Rechte tun!


Wann ist die rechte Zeit für Kreativität? anders ausgedrückt: wann bin ich im timing? Es macht Sinn, nicht die beste Zeit für emails, Plaudern  und Putzen usw.  zu  organisieren. Wir neigen alle dazu, Zeit zu verplempern! Finde heraus, wie dein Tagesprofil  ist, wie du tickst! Wann arbeitet dein Gehirn am besten? Bist du ein early bird oder ein Morgenmuffel? Folge der Energie, höre darauf und nehme dich ernst!  Nur  du selbst kennst deine Rhythmen! Erlaube dir, Ideen frei fließen zu lassen: dafür musst du mitkriegen, ob eine anklopft. Sonst ist eine gute Idee weg, bevor du sie überhaupt gehört oder  gesehen hast. Wie viele Inspirationen sind dir schon durch die Lappen gegangen, weil du die Tür nicht aufgemacht hast, als es anklopfte? Wahrscheinlich hast du bereits das Klopfen überhört. Blocke die beste Zeit für Kreativität, nicht die übrig gebliebene. Pflicht und Kür sind gleichberechtigt.


Ideen fließen  zu lassen,  im Fluss zu sein (FLOW),  weist auf das Element Wasser hin. Wasser unterstützt kreative Prozesse,  wie alle anderen  Elemente auch. Deshalb schreibe ich hier kurz über die Elemente und wie du sie nutzen kannst. Wasser  hat einen Bezug zu Gefühlen und zum Unterbewusstsein,  zum Mond, zum Weiblichen an sich. Ich selbst  bin ausgesprochen gerne am Wasser. Ich bin direkt an einem Fluss, der Isar, aufgewachsen, habe ein Ferienhaus mit der Option gekauft, dass es an einem Fluss liegt (die Drobie in Südfrankreich) und lebe und werkle nun an der Elbe, die ich täglich sehe, an der ich spazieren gehe, in der ich im Sand wate und sitze- zeitverloren.  Die Elbe ist immer im Fluss, und dennoch auch unbewegt, und damit ein geeigneter Ort, etwas tiefer in das Geheimnis des TAO einzudringen. Für manche ist Wasser langweilig, das sind eher Menschen, die wenig mit sich selbst anfangen können, die Aktion brauchen. Ich liebe lange Weile am Wasser - sie beschenkt mich reichlich mit der heiligen Stille, mit Offenheit und Weite, mit der Leerheit jenseits aller Formen- in den Formen! Durch die Hingabe an diese Leere, im Nicht-tun (im Unterschied zum Nichtstun)  tauchen hin und wieder auch Inspirationen und Geistesblitze auf. Die Leerheit des Geistes füllt den Geist, erfüllt mein Herz- so schaffe ich Platz für Neues. Das ist wie geistiges Aufräumen!


Das Wasserthema ist auch deshalb spannend, weil dadurch das Eisbergmodell angesprochen ist. Nur die Spitze des Eisbergs- das Bekannte, Bewusste und Kognitive- ist sichtbar, der weitaus  größte Teil, auch das Kreative, liegt unter Wasser. Wir sind der gesamte Eisberg, die Luft und das Wasser. Dabei sehe ich im Wasser  und der Luft das Feld, das uns immer umgibt, die Energie, die uns durchdringt,  als Eisberg das persönliche Ich, also feste Form, das, was unser Körper darstellt. Der Eisberg ist gefrorenes Wasser!


Die wahre Natur des Eisbergs ist demnach Wasser, auch unsere wahre Natur hat  keine feste Form, ist jenseits von Körperlichkeit. Alles hat sich aus dem Formlosen gebildet! Es geht zurück in die Formlosigkeit. Wir sind nicht nur persönlich verkörpertes Bewusstsein und Unbewusstsein, wir sind durchdrungen von der Kraft der Formlosigkeit, die ist, weil sie ist. In diesem Modell wäre die Luft das feinstofflich geistige Element, manifest als unser Atem. Wasser steht für das Seelische, das Gefühl, und der Eisberg  steht für die vergängliche Form.  Damit ist die heilige Dreiheit von Körper Seele Geist in diesem Bild enthalten.


Wer noch tiefer schaut, erkennt in der Form die Leerheit aller Dinge, in der Leerheit die Welt der hunderttausend Formen. Dazu heißt es  so treffend im Herzsutra, das auf eben diese Transzendenz     hinweist :  „Form ist nichts anderes als Leere, Leere nichts anderes als Form… die Formen aller Dinge sind leer, sie entstehen nicht und vergehen nicht…  drüben, drüben angekommen am anderen Ufer“


Auch Daio Kokushi  bringt diese Zenweisheit auf den Punkt! Sein Sutra beginnt: „es gibt eine Wirklichkeit, die vor Himmel und  Erde steht. Sie hat keine Form, geschweige denn einen Namen...“ es endet:  „gebt eure Worte auf, entleert eure Gedanken, dann kommt ihr soweit, das eine Sein zu erkennen“


P. Coelho hat einmal eine Übung vorgeschlagen, mit dem Finger gedankenverloren in einer Wasserpfütze zu spielen- genau  das! Die gewonnene Zeit  wieder  zu verlieren,  welch herrliches Paradox! Im Nichtstun sich dem Zeitverlieren hingeben, sich so aus der linearen Zeit ausklinken! Wenn ich im Atelier vor dem leeren Blatt stehe, habe ich mir diese Zeit genommen,  Zeit für mich ganz alleine! Zeit, um Zeit zu verlieren! Der Bogen kann nicht immerzu  gespannt sein!


Das Element Luft weist auf die kreative Kraft des Atems hin. Ein altes Wort für Atem ist Odem, der Atem Gottes. Im Atem sind wir mit dem Göttlichen verbunden. Er ist willkürlich und unwillkürlich zugleich, sehr ungewöhnlich für unseren Körper- was bedeutet das für dich? Luft ist nicht nur ein verbindendes, sondern ebenso ein sehr bewegliches und bewegendes  Element. Es entspricht dem Wind, durchaus auch dem „brainstorm“, dem Gedankenwind.  Die Luft, also auch unser Atem, erhebt uns, beflügelt uns, macht uns leicht und frei. Wirbelt uns herum! Vielleicht ist ein Luftikus in Wahrheit ein Lebenskünstler.  Kennst du den Spruch:  „Engel können fliegen, weil sie alles leicht nehmen?“  Leichtigkeit ist eine wesentliche Fähigkeit, um sich kreativ ausdrücken zu können. Ich frage mich gerne: darf es auch leicht gehen? Leichtigkeit hilft uns zu spielen,  zu tanzen, der Schwerkraft zu trotzen! Dieses Element ist die Domäne der Inspiration,  der Ideen und Eingebungen. Es steht auch für Raum und Weite, für den ewig offenen Himmel, das Formlose, in dem alles geschieht. Ideen fallen wie vom Himmel- als Einfall!


Es gibt wundervolle Atemübungen, die uns mit dem geistigen Sein  und der großen Leere, der  Mutter der Fülle, verbinden – einem Füllhorn gleich! Konkret körperlich bringen sie unsere linke und rechte Gehirnhemisphäre  wie auch die zwei Stränge unseres autonomen Nervensystems, den Sympathikus  und den Parasympathikus, ins Gleichgewicht, davon an anderer Stelle  mehr. Wenn wir Stress haben, atmen wir kaum. Wollen wir tanzen und fliegen,  uns mit Leichtigkeit bewegen und offen sein für Einfälle und Möglichkeiten, sollten wir atmen- rhythmisch und tief, dabei den Einatem fließend und  ohne Anzuhalten mit dem Ausatem  verbinden. Stichworte hierzu: Pranayama, senkrecht atmen, Herzkohärenz, Strohalmatmung…


Das Feuer, ein Schlüsselelement: Wie entfachen wir das Feuer der Begeisterung?


Hier ein paar bekannte und einfache Möglichkeiten, das Feuerelement  äußerlich zu nutzen: einfach ins Feuer schauen, egal ob Lagerfeuer oder Holzofen;  meditieren mit  besten! Räucherstäbchen (kein Feuer ohne Rauch! dem Rauch folgen, den  Duft dabei einatmen und wirken lassen); lange mit weitem Blick in eine Kerzenflamme schauen, Gedanken dabei  leeren. Lass dich eins werden mit dem Feuer, verschmelze! Es gibt ja ganz verschiedene Feuer, das lodernde und das glimmende, das heftig Rauch erzeugende und das  erwärmende…. Bestimmt hast du schon Erfahrungen gemacht- was geschieht? Natürlich darf hier in dieser Aufzählung der erneuernde, transformierende Feuerlauf nicht fehlen, dazu kann ich aber nichts beisteuern, mangels eigener Erfahrung. Empfehlen kann ich  auch den yogischen Feueratem, der den Solarplexus, unser Feuerzentrum aktiviert.


Wenn ein Feuer zu beruhigend und einschläfernd für dich ist, könnte für kreative Zwecke ungeeignet sein. Bleibe also ganz wach und präsent und nutze dennoch die sanfte Trance, die sich einstellt. Dann hast du alle Möglichkeiten, in nicht alltägliche Bewusstseinszustände abzutauchen. Feuer kann ein Tor in erweiterte Räume sein, jenseits unseres alltäglichen mind. Falls du die Kunst beherrscht, paradoxe Schwingungen und Gehirnfrequenzen zu vereinbaren, hast du beste Chancen, geniale Ideen zu generieren- versuch es! Das Feuer steht für den kreativen Funken in dir, lass ihn sich entzünden.  Dazu brauchst du nicht mal äußerlich ein Feuer, es ist ja in dir. Wecke in dir das Feuer der Begeisterung! In diesem Wort steckt das Wort Geist. Durch Begeisterung lässt du zu, dass du offen bist für den Geist der Kreativität. Du wirst vom Geistesblitz getroffen, Freude pur! Sei Feuer und Flamme! Brenne für das, was du tust! Das Feuer steht für Leidenschaftlichkeit, aber auch für Transformation. Es verbrennt das Alte, Abgenutzte, das Gewohnte, es erneuert. Der Phönix aus der Asche ist ein schönes Bild dazu. Und  nicht zuletzt erwärmt  ein Feuer unser Herz, man sagt: „mir wir warm ums Herz!“- das Feuer der Liebe öffnet uns für Intuition, die Empfindsamkeit unserer Seele. Wir folgen dann der Stimme unseres Herzens und lassen nicht den Verstand  dominieren. Und unser Herz möchte sich ausdrücken, es ist per se kreativ. Es weiß stets,  was es ausdrücken will, sei es durch Pinsel oder Stein, durch Stimme, Bewegung oder  Worte…  es ist unser Herz, das offen, empfänglich und warm sein muss, wollen wir denn die eigene Spur  in die Kreativität entdecken. Kennst du noch diesen Spruch in jedem Poesiealbum: “hab Sonne im Herzen…“?  Der Titel „Die Sonne, mein Herz“  weist auf ein wunderbares Buch hin und macht den Zusammenhang zwischen der Sonne, dem Logos, und unserem Herzen deutlich…  hier gäbe es noch viel zu sagen.


Oft wird das Solarplexus-Chakra in diesem Zusammenhang vernachlässigt- hier findet sich energetisch unsere innere Sonne. Sie ist zuständig für Selbstvertrauen und Selbstermächtigung,  jede ich-du-Beziehung, sie treibt uns an, befeuert uns… es ist so entscheidend, dass dieser Bereich frei  ausstrahlt. Wenn du in deiner Kindheit nicht so sein durftest, wie du gemeint bist, wirst du Schwierigkeiten haben, dich authentisch auszudrücken. Du wirst deine Autorität und Kompetenz abgegeben haben, genauer gesagt: verkauft haben. Kreativität braucht  nun mal das Selbstvertrauen, das, was in dir ist, nach außen zu bringen. Ich werde an dieser Stelle allerdings nicht weiter darauf eingehen, das ist ein therapeutisches Thema (mit dem ich Gruppen und mit einzelnen Menschen  auch arbeite). Solarplexus und Herz sind verbunden, der Solarplexus  liefert das Fundament für das Herz, den Treibstoff, die Vision des Herzens in die Welt zu tragen. Hier findet Erdung statt.


Damit wären wir bei einem weiteren Element, der Erde


Die Erde als festes und geformtes  Element ist für kreative Menschen  wie ein Anker. Er sorgt dafür, dass wir nicht abheben, wegfliegen, Ideen sich in Luft auflösen- wir wollen keine Luftschlösser bauen, sondern unsere Visionen und Träume auf die Erde bringen. Kreativität beginnt im Geist und endet in der  Materie, der Erde, in den manifestierten Werken. Sie ist der Schlüssel für das Tun, wie oben bereits beschrieben.


Erdung findet im Kopf statt, wenn du wirklich Leben willst, ohne Wenn und Aber! Hast du dieses bedingungslose JA zum Leben, zu deinem Leben? Liebst du dich und dein Leben? Riskierst du etwas, wenn es dir am Herzen liegt? Wenn es so ist, wirst du dein Leben auch bewusst und liebevoll erschaffen, dann bist du bereits auf dem Weg zur Meisterschaft. Du wirst deine Zeit nicht verplempern mit Jammern  und Schuldzuweisungen und  dem allseits beliebten Täter-Opfer-Drama.


Jetzt spreche ich noch kurz einen ganz anderen Aspekt an: Kennst du „earthing“? eine Bewegung und der Titel für ein tolles und informationsreiches Buch über das Barfußlaufen- eigentlich natürlich, oder? Aber wahrscheinlich weißt du noch nicht von den zahlreichen Wohltaten, die Barfußlaufen mit sich bringen! Es lohnt sich, sich von der Erde aufladen zu lassen.


Nun ist es gut für´s  Erste, genug Input für heute! Mit Teil 2 geht es demnächst weiter.


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